„Weihnachten im Stall“ auf dem Lautersheimer Gutshof


Lautersheim am ersten Weihnachtsfeiertag um 18 Uhr: Die Stalltür auf dem Gutshof war geöffnet und etwa 160 „weihnachtssuchende“ Kinder, Frauen und Männer strömten herbei. Der Stall war von Familie Günther stimmungs- und mühevoll hergerichtet. Ein großer Weihnachtsbaum leuchtete für den Festgottesdienst „Weihnachten im Stall“. Vorhanden waren viele Sitzgelegenheiten, die erste Klasse befand sich auf Strohballen. Viele Pferde schauten aus ihren Boxen auf das Geschehen, schnaubten und fühlten sich sichtlich wohl. Manchmal schien es so, als stärkten sie Pfarrer Josef Metzinger für die Messfeier den Rücken. Die musikalischen Beiträge der Familie, Papa Volker mit der Trompete, Tochter Ricarda und Enkelin Ada mit den Geigen und Sohn Severin am Klavier gaben der Feier einen besonderen und würdigen Klang. Mama Henny und Tochter Odilia trugen Lesung und Fürbitten vor.

Zur Predigt bat Pfarrer Metzinger die Kinder zu sich an den Altar. Ausgangspunkt war ein Strohhalm, der vordergründig zu nichts taugt. Bei näherer Betrachtung jedoch im Zusammenspiel mit vielen Halmen brauchbar wird, für den Komposthaufen, als Winterabdeckung von Pflanzen und auch als Einstreu bei den Pferden. Die Kinder versuchten deshalb mit mehreren Halmen einen Strohstern zu binden, der in der Advents- und Weihnachtszeit als Zier von Adventskranz und Weihnachtsbaum strahlt. Erst das Zusammenbinden bewirkt, dass ein Stern entsteht. Ein gutes Beispiel für unser menschliches Zusammenleben und die Beziehung zu Gott. Wie die einzelnen Halme zusammen gebunden zum Stern werden, können auch Menschen, die sich miteinander und mit Gott verbinden, zum Heil beitragen.

Der Friedensgruß, ausgehend vom Altar, erreichte über Strohballen hinweg alle Gäste. Pfarrer Metzinger freute sich sichtlich über den guten Besuch und dankte der Gutsfamilie, die viel dafür getan hatte, dass alle gesegnet in die nächsten Tage gehen konnten. Nach dem Gottesdienst gab es an der Theke Punsch und Glühwein, damit nicht nur die Herzen erwärmt waren, sondern auch Hände und Füße.

Arno Stuppy